Schwerpunkte :: Proktologie :: Stuhlinkontinenz

weiblFigur
 
 

Stuhlinkontinenz

There are no translations available.

Stuhlinkontinenz bezeichnet das Unvermögen, Stuhl willentlich zurückzuhalten und zu einem selbst gewählten Zeitpunkt an einem selbst gewählten Ort abzusetzen. Den Kontrollverlust über den Abgang von Stuhl ist ein auch heute noch stark tabuisiertes Problem, dessen Prävalenz mit 2,2% auf die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland projiziert etwa 1.8 Millionen Erkrankte vermuten lässt. Allerdings wird aufgrund der ausgeprägten Stigmatisierung eine weit höhere Zahl angenommen.


Die Fähigkeit, Stuhl willentlich zu entleeren, besitzt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert und viele Menschen sind von der Einstellung geprägt, dass nur der kontinente Mensch gesellschaftsfähig ist. Treten hier Probleme auf, so belasten sie das Selbstwertgefühl und führen häufig zu Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen. Aus falschem Schamgefühl werden die Beschwerden verschwiegen und es findet oft ein Rückzug von den sozialen Kontakten statt. Schlimmstenfalls führt dies in eine Selbstisolation, obwohl die Inkontinenz zumeist geheilt, zumindest aber soweit gebessert werden kann, dass Betroffene wieder vorbehaltlos in das Familien- und Gesellschaftsleben integriert werden können.

Der Darm ist u. a. für die Aufnahme der benötigten Nahrungsbestandteile zuständig. Alle nicht verdaulichen Bestandteile werden normalerweise über den Enddarm als Kot ausgeschieden.
Im Enddarm wird der Stuhl gesammelt. Ab einem gewissen Füllungszustand wird die Dehnung des Rektums über Nervenfasern weitergeleitet und als Stuhldrang wahrgenommen. Mit Hilfe des feinen Zusammenspiels der Verschlussmuskeln des Enddarms und der Darmmuskulatur ist es nun möglich, den Stuhl kontrolliert zu entleeren.

Die Kontinenz hängt somit von mehreren Faktoren ab:


  • der Konsistenz des Stuhls
  • der Fähigkeit des Enddarms den Stuhl zu halten
  • der Fähigkeit der Nerven Signale zu senden, wenn der Enddarm gefüllt ist
  • der Fähigkeit des Schließmuskels den Analkanal geschlossen zu halten.

Man kann sich leicht vorstellen, dass im Ablauf des komplexen Vorganges der kontrollierten Stuhlentleerung Störungen auftreten können. Wenn eine dieser Funktionen gestört ist, kann es zur Inkontinenz kommen.



Die Stuhlinkontinenz wird grob in 3 Schweregrade eingeteilt:


  • Grad 1: Unfähigkeit Luft oder Schleim zurückzuhalten (Stuhlschmieren).
  • Grad 2: Unvermögen flüssigen bis breiigen Stuhl zurückzuhalten.
  • Grad 3: Unfähigkeit festen Stuhl zurückzuhalten.

Die Inkontinenz kann eine Folge verschiedenster Beeinträchtigungen der Muskel- und Reservoirfunktion sowie der Empfindlichkeit des Enddarmes sein. Die häufigste Ursache für die anale Inkontinenz sind Schädigungen der Verschlussmuskulatur. Dies kann durch eine extreme Überdehnung oder einen Einriss bzw. Verletzung der Muskeln, beispielsweise durch vaginale Entbindung, Unfälle oder iatrogene Einwirkung (proktologische Operationen), auftreten.
Aber auch der normale Alterungsprozess beeinträchtigt die Verschlussmuskulatur. Im laufe der Jahre verringert sich die Muskelkraft des Verschlussapparates.
Veränderungen der Schleimhaut des Enddarmes, wie sie als Folge von entzündlichen Darmerkrankungen (M. Crohn, ulzerierende Colitis) auftreten, können den Enddarm verengen und so die Reservoirfunktion beeinträchtigen. Auch können die Entzündungen am Schließmuskel auftreten und dessen Funktion herabsetzen.
Auch die Wahrnehmung (sensorische Funktion) kann durch Verletzungen beeinträchtigt werden. Die Nerven des Beckenbodens können bei extremer Belastung (Geburtsvorgang, Senkung des Beckenbodens) beschädigt werden. Es ist dann für den Patienten unmöglich festzustellen, ob Stuhl im Analkanal angekommen ist. Das Resultat ist dass das Kneifen zum Einbehalten des Stuhles nicht erfolgt und der Darm entleert sich ungewollt.


Inkontinenz hat viele Ursachen und eine eingehende Untersuchung durch einen Experten ist unerlässlich. In allen Fällen existieren viele wirksame Therapiemöglichkeiten, von nicht-invasiven Therapieansätzen (z. B. Medikamente, Biofeedback-Therapie, Beckenbodentraining) bis hin zu der Stimulation von Nerven und den Schließmuskelersatzoperationen.

Informieren Sie sich – es lohnt sich!

Für detaillierte Informationen und zur Beantwortung Ihrer Fragen stehen wir Ihnen gerne in unserer Proktologischen Sprechstunde zur Verfügung. Termine können telefonisch unter der Nummer 0211/958 8002 vereinbart werden.

There are no translations available.

bauchnabel
  • Minimalinvasiv
  • Schmerzarm
  • Sicher
  • Ästhetisch

Mehr Infos ...