Bei einer Sigmadivertikulitis liegt eine Entzündung von sog. Divertikeln vor. Unter Divertikeln versteht man Aussackungen der Darmwand, die sowohl im Dick- als auch im Dünndarm vorkommen können. Am häufigsten findet man Divertikel jedoch im s-förmigen Teil des Dickdarms, dem sogenannten Sigma, der im linken Unterbauch lokalisiert ist. Bei der Mehrzahl der Menschen verursachen Divertikel keine Beschwerden (etwa 70-80%). Das alleinige Vorhandensein dieser Divertikel hat keinen Krankheitswert und ist nicht behandlungsbedürftig. Man spricht in diesem Fall von einer reizlosen Divertikulose.
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Dickdarmdivertikel treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Als Ursache für die Bildung von Divertikeln wird eine faser- und ballaststoffarme Kost, gesteigerte Drücke im Darm (wie z.B. bei Verstopfung) und altersbedingte Darmwandveränderungen angesehen.
Beim Auftreten von Beschwerden oder Komplikationen spricht man von einer sog. Divertikelkrankheit. Als Ursache dieser Beschwerden liegt in den meisten Fällen eine Entzündung einzelner oder mehrerer Divertikel vor - dies nennt man dann "Sigmadivertikulitis" oder verkürzt auch nur "Divertikulitis". Etwa 10-20 % der Divertikulosepatienten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche Entzündung.
Als Komplikation im Rahmen einer Divertikulitis kann es in etwa 10% der Fälle zu einem Darmdurchbruch (Perforation) kommen. Dieser erfolgt häufig von Bauchfett abgedeckt (gedeckte Perforation) und führt zu einer umschriebenen Eiteransammlung (Abszess). Die gedeckte Perforation unterscheidet sich klinisch nur wenig von der akuten einfachen Divertikulitis. Im Gegensatz dazu führt eine freie Perforation (Durchbruch der Entzündung in die Bauchhöhle) zu einem Stuhlaustritt in den Bauchraum mit der Folge eines schweren Krankheitsbildes mit Bauchfellentzündung (Peritonitis).
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Diagnostik
Neben der klinischen Untersuchung ist die Röntgenuntersuchung des Darmes oder eine Darmspiegelung (Koloskopie) geeignet, die Diagnose von Divertikeln zu sichern. Beide Methoden werden jedoch während des akuten Entzündungsschubes nicht eingesetzt, da die Gefahr eines Darmdurchbruches besteht.
In der akuten Phase der Divertikulitis kann eine Schichtaufnahme des Bauchraumes (Computertomographie) verwendet werden, um eine Divertikulose/ Divertikulitis nachzuweisen und etwaige Komplikationen auszuschließen.
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Therapie
Die jeweilige Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Divertikelentzündung und muss individuell entschieden werden. Im Vordergrund steht zunächst immer die Behandlung der Entzündung. Diese erfolgt durch Ruhigstellung des Darms mit einer Nahrungskarenz und künstliche Ernährung über eine Vene, sowie aus einer Schmerzmedikation und der Gabe von Antibiotika. Ist der akute Schub einer Divertikulitis behandelt kann 6 Wochen später eine elektive (geplante) Operation stattfinden.
Wenn sich unter dieser konservativen Therapie die Symptome verschlechtern oder wenn von vornherein ein Durchbruch eines Divertikels mit einer Bauchfellentzündung aufgetreten ist, ist eine rasche Operation erforderlich. Bei dieser Operation wird der divertikeltragende Darmabschnitt im Sigma entfernt und die beiden verbliebenen Darmenden wieder durch eine Naht oder eine Nahtmaschine miteinander verbunden. Durch den Fortschritt in der operativen Technik kann die Operation bei der Mehrzahl der Patienten minimal-invasiv (d.h. in Schlüssellochtechnik) durchgeführt werden. Bei der minimal-invasiven Operation wird ein kleiner Schnitt angelegt, um den erkrankten Darm aus der Bauchhöhle zu bergen. Dieser Schnitt ist etwa 5-7 cm lang und wird im mittleren Unterbauch angelegt. Die übrigen 4 Schnitte für die Operationsinstrumente sind 5 bis 12 mm lang.
Dies bedeutet für den Patienten einen kürzeren stationären Aufenthalt, weniger Narben, weniger Schmerzen und weniger Verwachsungsbeschwerden. In manchen Fällen muss die Operation jedoch nach wie vor herkömmlich über einen Bauchschnitt erfolgen. In Kombination mit dem Fast-Track-Schema erhalten Sie in unserer Klinik durch optimale Schmerztherapie, Physiotherapie und Kostaufbau eine schnelle Rekonvaleszenz nach der Operation.
Im Notfall (freier Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung, Darmverschluss) muss häufig vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der jedoch nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden kann. Zudem besteht in einem solchen Fall eine akute Lebensgefahr, so dass gerade bei immer wieder auftretenden Divertikelentzündungen rechtzeitig über eine möglich Operation nachgedacht werden sollte.
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